Die Flachsdarre Kirchhorst
Die Flachsdarre aus dem 19. Jahrhundert.
Die Flachsdarre von Kirchhorst ist ein archäologisches Denkmal und war eine Darre zum Trocknen von Flachs bei Groß Wittensee/Ortsteil Kirchhorst. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert, ist die einzig verbliebene in Schleswig-Holstein und sehr gut erhalten.
Flachs bzw. Lein war noch vor 100 Jahren eine weitverbreitete Kulturpflanze. Aus den Früchten presste man ölhaltigen Saft, die Stängel ließ man faulen, um sie dann zu trocknen (darren) und zu brechen. So konnten spinnfähige Pflanzenfasern herausgelöst werden. Diese fanden in den Spinn- und Webstuben zur Tuch- und Textilherstellung Verwendung. Mit der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert verlor die Flachsverarbeitung zunehmend an Bedeutung.
Die Darranlage:
Ursprünglich war dem brunnenartigen Schacht ein aus Ziegelstein gefertigter Schornstein aufgesetzt. Quer über die Mündung des Schachtes reichte ein Eisenrost; auf ihn stellte man die noch feuchten Flachsgarben, um sie bündelweise in erwärmter Luft zu trocknen. Durch einen mit Felssteinen überdeckten Befeuerungskanal am Grund des Schachtes strich, bedingt durch die Sogwirkung des Schornsteines, erhitzte Luft in das Schachtinnere und gewährleisteten einen effektiven Trocknungsprozess auch größerer Flachsmengen.
